Eintrag vom 01.01.2014

Arbeitsmarktpolitische Werkstattgespräche

Integration Erwerbsloser durch Begleitsysteme

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat im letzten Jahr mit dem Programm JobPerspektive die Möglichkeit geschaffen, 100. 000 langzeiterwerbslosen Menschen mit besonders schweren Vermittlungshemmnissen eine längerfristige und wenn möglich dauerhafte Perspektive zur Teilnahme am Erwerbsleben zu eröffnen. Bisher nur bei Beschäftigungsträgern durchgeführt, steht dieses Programm ab April 2008 allen Unternehmen zur Verfügung.

Die dauerhafte Einmündung in eine Erwerbstätigkeit ist nicht nur speziell für diesen Personenkreis eine Hürde, weswegen schon in der Vergangenheit mit finanziellen Anreizen für Arbeitgeber gearbeitet wird. Lohnkostenzuschüsse erhöhen zwar die Beschäftigungschancen, aber ob die Vermittlung auch von Dauer ist, hängt wesentlich von den sozialen Kompetenzen der ehemals Arbeitslosen ab. Trotz fachlicher Vorbereitung scheitert der dauerhafte (Wieder-) Einstieg oft, weil die Umstellung auf Arbeitsrhythmus und heutige Unternehmenskulturen Anpassungsleistungen erfordern, die im Vorfeld wenig trainiert werden können.

Hier gilt es, sowohl die vermittelten Personen als auch die Arbeitgeber - die oftmals keine zeitlichen und finanziellen Ressourcen zur Förderung ihrer neu eingestellten Mitarbeiter/innen haben - gezielt zu unterstützen. Die Unternehmen haben ein originäres Interesse an reibungsarmer Einarbeitung und gewinnen in mehrfacher Hinsicht:

  • an rasch und flexibel eingearbeitetem Personal;
  • an Kostenersparnissen durch Kontinuität;
  • und nicht zuletzt, die Sicherheit bei Problemen mit den neuen MitarbeiterInnen nicht allein gelassen, sondern begleitet und unterstützt zu werden.

Sinnvoll erscheint es, die Startphase in Ausbildung und Beschäftigung und damit einhergehende Belastungen durch individuell gestaltete Begleitsysteme (z.B. Patenschaften, Lotsen, Mentoring) abzusichern, um eine nachhaltige Beschäftigungssicherung zu erzielen.

Im Rahmen eines arbeitsmarktpolitischen Werkstattgesprächs diskutierten die Fragen, welche Unterstützungsleistung in diesem Zusammenhang bereits angeboten werden, wie zielgruppenspezifische Ansätze den nachhaltigen Verbleib in Ausbildung und Beschäftigung fördern und welche weiteren Maßnahmen - auch von Seiten der JobCenter und Agenturen für Arbeit für sinnvoll erachtet werden.

Nach einem Impulsreferat von Karin Ebert (Projektentwicklung Goldnetz gGmbH) diskutierten am 25. Juni 2008:
Editha Zehl, Personalleitung Dussmann AG & Co. KGaA
Michael Reher, gsub mbh, Projekt „Stelle statt Stütze”
Nadin Schollbach, Teamleiterin U25, JobCenter Charlottenburg-Wilmersdorf

Es moderierte Michael Lang, GCI Berlin, PR-Berater

Nach der Plenumsdiskussion hatten alle Gäste bei einem kleinen Imbiss die Gelegenheit für weitere Fachgespräche.

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